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Yukio Mishima - Mein Freund Hitler

 Vor und nach der «Nacht der langen Messer» am 30. Juni 1934, in der auf Befehl Hitlers die Führungsspitze der SA und einige miss­liebige rechte Politiker ermordet wurden. In Hitlers Regierungssitz geben sich der Indus­trielle Gustav Krupp, der «Stabschef der SA» Ernst Röhm und Gregor Strasser - einst zweitmächtigster Funktionär der NSDAP, dann gescheitert an seinem Streben nach einer Rechtskoalition - die Klinke in die Hand. Es geht um den Kurs des neu geordneten Staates zwischen faschistischer Revolution, konservativen Kräften, Reichswehr und Großindus­trie. Obwohl Hitler im Zentrum des Stückes steht, ist Röhm die eigentliche Hauptfigur, seit frühesten Tagen Wegbegleiter und -bereiter Hitlers und bei aller Kritik nach wie vor im Glauben an eine gesicherte Position. Mein Freund Hitler ist konzipiert als Gegenstück zu Madame de Sade. Sei es dort, so Mishima, um die weiblichen Tugenden, vor allem Treue und Geduld gegangen, thematisiere er hier die männlichen Tugenden, Freundschaft und Vertrauen. Beiden Texten gemeinsam ist das Motiv des Selbstbetrugs, der (Ver)Blendung.

 
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