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DIE SCHLANGEN

 

Es ist der 14. Juli, französischer Nationalfeiertag. Madame Diss steht vor dem Haus ihres Sohnes, wo sie auf France, ihre Schwiegertochter, trifft. Doch Madame Diss kommt nicht wegen des Feuerwerks. Sie hat keinen Grund zu feiern. Sie hat Schulden gemacht und will von ihrem Sohn Geld leihen. Der befindet sich, zusammen mit seinen zwei Kindern, im Haus, das zwischen Maisfeldern gelegen ist, und will seine Mutter nicht sehen.

Nancy, die Ex-Ehefrau des Mannes, nähert sich ebenfalls dem Haus. Nancy hat, um in der Stadt Karriere zu machen, ihren Sohn zurückgelassen und ihn damit seinem gewalttätigen Vater ausgeliefert. Jetzt will sie mehr über das Schicksal ihres Sohnes erfahren. Der Vater, Ehemann, Sohn und Ex-Mann hat sich hinter den Mauern verschanzt: Kalt und bösartig. Man wird ihn während des gesamten Stückes nicht zu Gesicht bekommen. Nur France darf das Haus betreten und bringt beunruhigende Nachrichten aus dem Inneren. Nancy von ihrer Schuld gepeinigt, tauscht am Ende des Stückes mit France die Kleidung… und das Leben, das tote Kind gegen die lebenden.

Unmerklich, aber mit einem Lächeln, führt NDiaye den Zuschauer zum Ende, einem Ende, das einer antiken Tragödie würdig ist: Nancys glückliches Opfer, Frances schmerzhafte Befreiung und die noch tiefere Einsamkeit von Madame Diss. Und dann beginnt das Warten. Das Warten auf den nächsten 14.Juli?

"Selbst wenn 'Die Schlangen' ein grausames Stück zu sein scheint, so kann man es doch auch so spielen, dass es lustig ist. Letztendlich ist es keine tragische Geschichte" deutet Marie NDiaye ihr eigenes Stück. Mit ihrer einzigartigen musikalischen, klaren und an Untertönen reichen Sprache skizziert Marie NDiaye unterschiedliche Lebensentwürfe von Frauen in unserer Gesellschaft.
(Saarländischer Rundfunk)

Portrait Marie NDiaye

Marie NDiaye ist die Tochter einer französischen Mutter und eines senegalesischen Vaters. Ihre Mutter war Lehrerin. Ihr Vater verließ die Familie und wenig später Frankreich, als Marie noch im Säuglingsalter war. Marie war eine sehr gute Schülerin; ihr Französischlehrer wollte sie für die Teilnahme am Concours général anmelden. Sie schlug jedoch dieses Angebot aus, und entschied sich, im Gegensatz zu ihrem älteren Bruder, auch gegen eine Ausbildung an der École Normale Supérieure. Ihr Berufswunsch, Schriftstellerin zu werden, stand für sie schon zu Schulzeiten fest.
1985 schickte sie ihr erstes Romanmanuskript Jérôme Lindon, dem Verleger der renommierten Éditions du Minuit. Der Verleger, von ihrem kraftvollen Stil beeindruckt, nahm das Manuskript an. Der Roman erschien unter dem Titel Quant au riche avenir (deutsch: Was die reiche Zukunft betrifft). Ihr zweiter Roman, Comédie classique, erschien 1988 bei POL; es folgten weitere Romane. Im Auftrag von Radio France schrieb sie 1999 Hilda, was den Beginn ihrer Arbeit als Dramatikerin bedeutete. Seither hat Marie NDiaye noch vier Theaterstücke geschrieben, eines zusammen mit ihrem Ehemann Jean-Yves Cendrey. Das Theaterstück Papa doit manger (deutsch: Papa muss essen) wurde 2003 an der Comédie-Française uraufgeführt. Mit der Filmregisseurin Claire Denis schrieb sie 2009 das Drehbuch für deren Film White Material.
(Quelle: Wikipedia)

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Premiere am 19.Mai 20 Uhr im "Theater Felina-Areal Mannheim"
Weitere Vorstellungen: 20.Mai, 20 Uhr im "Theater Felina-Areal Mannheim"
Karten unter: 0621/504 25 75 oder
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