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Neues EnsemblE

„Professionelles Theater machen!“

Theaterschaffende aus der Region formieren sich zum „Neuen Ensemble“ und geben der Freien Szene an verschiedenen Spielstätten ein Gesicht.


Sie tauchen regelmäßig in verschiedenen Produktionen auf, man trifft sie in Ludwigshafen auf der „Neuen Studiobühne“ oder in Mannheim im „Theater im Trafohaus“ und im Theater auf dem ehemaligen Felina-Areal – professionelle Schauspieler und theaterschaffende der Freien Szene, bekannte Gesichter, deren berufliches Wirken in den Wirrungen der steten Spielortwechsel allzu oft untergeht.

 Um diesem Missstand ein Ende zu bereiten, haben sich kürzlich neun Vertreter dieser Zunft zusammengeschlossen. Monika-Margret Steger, Gerhard Piske, Mathias Wendel, Elisabeth Auer, Dirk Mühlbach, Hedwig Franke, Sascha Koal, Rainer Escher und Peter Haberer werden künftig unter dem Namen „Neues Ensemble“ auf den Bühnen der Region auftreten. „In den letzten vier Jahren hat sich ein Stamm von Schauspielern herausgebildet, der sich immer wieder von Spielort zu Spielort neu definieren musste“, so Ensemblemitbegründer Rainer Escher, „zur Vereinfachung dachten wir daran, ein Ensemble zu gründen, anstatt ständig auf die variierenden Spielorte verweisen zu müssen.“ Eigene Produktionen wie zum Beispiel „Pierre Bourdieu“ oder die „Grönholm-Methode“ werden diesseits wie jenseits der Rheinbrücke aufgeführt, was unweigerlich zur Verwirrung des Publikums führt. Mit dem Zusammenschluss der Künstler unter einem Überbegriff soll nun eine Loslösung von der bisherigen Spielortgebundenheit erreicht werden. Das Bündeln der Gruppe soll auch einen Teil zur Identitätsfindung beitragen: „Wir hatten immer Schwierigkeiten, zu sagen, wer wir sind“, so Escher. Der Überbegriff ermöglicht nun dem Publikum und den Feuilletons die Arbeit des Kollektivs kontinuierlich wahrzunehmen. „Kontinuität ist wichtig, da wir Mitglieder haben, die seit langem in der Region arbeiten, aber immer nur von Punkt zu Punkt beobachtet werden.

An einem festen Haus ist das natürlich etwas ganz anderes. Dort werden die einzelnen Mitglieder eines Ensembles regelrecht kommentiert begleitet“, erklärt Mathias Wendel. Neben dem festen Kern sind andere Schauspieler und Regisseure eingeladen, an der Unternehmung teilzuhaben – sofern sie zum bereits bestehenden Personal passen und die notwendige Professionalität mitbringen. „Wir wollen durchaus auch mit halbprofessionellen Künstlern experimentieren, aber die handwerkliche Güte der Arbeit ist einfach noch mal eine ganz andere, wenn man mit Leuten arbeitet, die das Spielen gelernt haben und sich über die Jahre eine gewisse Qualität erarbeiten konnten“, begründet Neues-Ensemble-Mitglied Sascha Koal. Neben diesem personalen Anspruch will sich das Neue Ensemble auch über die inhaltliche Gestaltung der Produktionen profilieren. So steht fest, dass die Truppe stets klare politische und gesellschaftskritische Überlegungen auf der Bühne vertreten wird.

 
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