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Nur blöde Gänse schmachten nach Opern ...!"

Callas und Pasolini - Eine Freundschaft

Wolf Eismann

Aus der griechischen Mythologie stammt die Geschichte von der verstoßenen Frau Medea, die an ihrem Mann grausame Rache übt, indem sie nicht nur seine neue Geliebte, sondern auch ihre eigenen beiden Kinder ermordet. In der Opernfassung von Luigi Cherubini hatte die legendäre Maria Callas zwischen 1953 und 1962 nachweislich 28 mal in der Rolle der Medea auf der Bühne gestanden.
Als sich jedoch 1969 der heftig umstrittene Regisseur Pier Paolo Pasolini für die Verfilmung des Stoffes ausgerechnet die einstige Opern-Diva in der Hauptrolle erwählte, war die Öffentlichkeit skeptisch. Tatsächlich suchte die große Maria Callas nach einer neuen Aufgabe, doch sie galt als launisch, leicht reizbar und verwöhnt. Zur allgemeinen Überraschung jedoch verstanden sich beide von Anfang an.
Pasolinis "Medea" hatte mit der Oper allerdings wenig zu tun: Der Poet und Filmregisseur hasste die musikalische Gefühlsseligkeit italienischer Opern, und Maria Callas wollte sich als Schauspielerin beweisen. Der Film wurde letztlich kein kommerzieller Erfolg, doch das ungleiche Paar fand überraschend zu einer ganz besonderen Freundschaft. Pasolini entdeckte seine Malleidenschaft wieder: Mehrmals porträtiert er Maria Callas. An den Abenden hörten sie gemeinsam Musik, und Maria Callas gelang es am Ende, ihn für den gefühlsbetonten Gesang der italienischen Oper zu begeistern.
Nach "Piaf mon Amour" bringt die "neue Studiobühne LU" mit "Callas und Pasolini" einen zweiten Radio-Text von Wolf Eismann in einer theatralen Installation auf die Bühne. Dieses Mal bleibt es jedoch nicht bei einem Tête à Tête der Hauptfiguren. Ihnen sind die Haushälterin der Callas und ein Journalist beigeordnet, die mal kommentieren, mal erklären und auch kleinen Geheimnisse ausplaudern.

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